Es ist das Mantra moderner Wirtschaftspolitik. Wir sollen alle effizienter werden, damit die Wirtschaft wächst. Effizienz soll die Fehlkonstruktion der endlosen Wachstumsideologie erhalten, die Profite der Investoren ins unermessliche steigern und das Schneeballsystem der gesetzlichen Rente stabilisieren. Der Größenwahn kennt keine Grenzen.
Scheinbar sieht außer mir niemand, welchen Preis die Effizienz verlangt. Oder jene, die es sehen, schweigen. Ich habe jedenfalls bisher noch keine Kritik an der Forderung nach mehr Effizienz gehört oder gelesen. Dabei muss man doch nur auf das schauen, was uns die Effizienz serviert.
Es ist effizienter in einer Großküche für zehntausend Leute zu kochen, als nur für die zwei, drei oder vier der heute typischen Familie. Die schiebt sich die abgepackte Fertigpizza in die Mikrowelle und hat Zeit gespart. Doch zu welchem Preis?
Wir ersticken nicht nur im Verpackungsmüll, sondern haben auch verlernt zu schmecken. Die Lebensmittelindustrie verwürzt ihre Produkte mit zu viel Salz und Zucker, um Konsumenten an diesen Einheitsgeschmack zu gewöhnen und als Ergebnis wurde Diabetes zur Volkskrankheit. Wie eine frische Tomate aus dem Garten schmeckt weiß nur noch eine Minderheit.
Ich gebe zu, dass es ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll ist kleine Mengen zu kochen. Ich koche auch lieber für zehn Leute als nur für mich. Doch das ist kein Grund sich wie der Familienhund von Dosenfutter zu ernähren. Sinnvoller ist es in Gemeinschaften zu leben und gemeinsam zu essen, auch wenn wir das scheinbar verlernt haben.
Die Folgen der Effizienz sind ja nicht auf unser tägliches Brot beschränkt, sondern überall sichtbar. Wir ertrinken in einer Flut aus Plunder, den die ach so effiziente Industrie uns auch gerne bis vor die Haustür karrt.
Doch nichts davon ist nachhaltig. Nichts davon ist schön oder einzigartig. Schöne und einzigartige Dinge sind für jene reserviert, die den Profit aus der Massenproduktion abschöpfen. Plastikmöbel und Billigklamotten mit begrenzter Haltbarkeit sollen uns im Konsumrausch halten, denn es reicht ja nicht, dass wir diesen Müll produzieren. Wir müssen ihn auch kaufen.
Ich habe diesem Wahn schon lange Ade gesagt, baue meine Möbel selbst und repariere meine Kleidung. Das ist nicht effizient und ob das Ergebnis meiner Taten schön ist, mag man bestreiten. Doch sie sind einzigartig.
Das Garn stammt aus der Industrie und auch die Nadel. Ich kann nicht alles selbst machen. Doch ich wollte nie ein Teil dieser dressierten Herde sein, die den Versprechungen der bunten Werbewelt folgt und dabei längst vergessen hat, was für eine wunderbare Welt jenseits der Effizienz lauert.

