Tag 28

Es ist schwierig zu erklären, wie sich die Welt nach dem Konsum meines Medikaments verändert. Mein gerade nüchtern werdendes Gehirn denkt: „Och nö, nicht schon wieder. Ich will auch mal.“ Keine Vorfreude. Wenig Suchtgefahr. Ich habe mich in den letzten acht Jahren nur mit Nikotin auch wohl gefühlt und brauche eigentlich keine zusätzliche Stimulanzien. Ich habe auch vor der eigenmächtigen Medikamentierung mit Cannabis schon an der Bushaltestelle getanzt.
Nach ein paar Minuten hat sich mein Bewusstsein angepasst. So möchte ich den Vorgang nennen. Ich bin immer noch da, nur mit einem leicht veränderten Zugang zur Welt. Es es ist so, als käme ein wenig von dem Entzücken des Kindes zurück, eine Leichtigkeit, die auch Hausarbeit zum Spiel macht. Versucht habe ich das auch ohne Drogen, mit gelingt es mir besser. Die Fülle macht mich zwar etwas zerstreuter, aber ich jongliere im Moment auch mit einer Menge Strängen gleichzeitig. Geschichte, Grafik, Musik und jetzt auch noch Video.
Ich will kein Personal.
Heute Besuch beim Arzt. Danach werde ich diese Dokumentation wohl beenden. Ein Strang weniger.

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