Unser Leben ist zahlreichen Zyklen unterworfen, natürlichen und als wäre das nicht genug als Segen der Zivilisation auch noch künstliche.
Ich kann mit beiden nicht synchron leben. Ob ich um vier Uhr aufstehe oder bis sieben Uhr schlafe liegt weder an Tag und Nacht noch an einem Wecker. Ich schlafe, wenn ich müde bin, esse, wenn ich hungrig bin und weiß oft nicht welchen Tag der Kalender heute nennt.
Ich lebe in Phasen. Es gibt Schaffensphasen, in denen ich nur widerwillig kurze Essenspausen einlege und am liebsten nicht schlafen müssen will.
Es gibt Tage der Langeweile, an denen mir jegliche Motivation fehlt und ich mich durch Videoplattformen klicke, meistens ohne etwas zu finden, dass mich begeistert. Manchmal versinke ich in Büchern und lese den ganzen Tag. Manchmal schiebe ich Pixel hin und her, manchmal Worte, manchmal Töne, manchmal Möbel.
Man kann das launenhaft nennen, doch es ist mehr als das. Wen je die Muse küsste, wer jemals für etwas gebrannt hat, kann es vielleicht noch verstehen. Wer einfach nur stumpfsinnig funktioniert wahrscheinlich nicht.
Leistungsfunktionsstörungen nannte es die Bundeswehr, als sie mich nach der Grundausbildung ausmusterte. Ich habe nicht funktioniert. Ich habe auch in der modernen Arbeitswelt nicht dauerhaft funktioniert. Ein oder zwei Wochen brachte ich volle Leistung. Manchmal auch zwei Monate. Doch sobald die Arbeit zur Routine wurde floh ich. Erst in den Alkohol, dann in die Freiheit.
Manchmal wird auch kreatives Schaffen zur Routine. Dann höre ich auf, mache eine Pause. Manchmal Jahre lang. Meine Fotomontagen sind in kurzen, intensiven Phasen entstanden und es gab dazwischen lange Pausen. Zuletzt wurden sie zu Routine und ich habe ganz damit aufgehört.
Im Moment brennt wieder das Fieber. Ich konstruiere wieder einmal Tiles, kleine Pixelbildchen, die man wie ein Puzzle zusammenfügen kann. Mehr davon bald in diesem Blog.

