Die ersten Gedichte und Lieder schrieb ich in meiner Schulzeit und grölte sie mit meinem Jugendfreund auf unsrem sonntäglichen Weg ins Nachbardorf, wo wir seinen Dienst als Messdiener schwänzten. Es klang wahrscheinlich grauenhaft, aber das war uns damals egal. Ich erinnere mich sogar noch an einen Vers aus dieser Zeit:
„The moment i kill you, the moment you die.
This was the start of the end of my live.
I didn‘t want it, but I had it done
and after this moment my luke was gone.“
Mein Englisch ist seit dieser Zeit nur unwesentlich besser geworden. Ich kann mich notfalls in dieser Sprache verständlich machen. Doch ich denke in deutsch und schreibe auch in meiner Muttersprache. Obwohl meine Mutter anders sprach als ich, nennt man sie so. Sprache ist seltsam.
Nach meinem pubertären Ausflug in die Welt der Dichtkunst passierte dann lange nichts. Ich zeichnete, malte, bastelte meine ersten Montagen, schrieb aber wenig und dann nur Briefe. So was machte man früher.
Vor etwa dreißig Jahren kaufte ich mir dann auf einem Flohmarkt einen Bass und begann Musik zu machen. Eigene. Noch immer zu faul Noten zu lernen und fleißig zu üben entstand ein eigener Stil, der wenig mit dem gemeinsam hat, was Bassisten so spielen. Und obwohl singen mir immer noch schwer fiel, schrieb ich eigene Texte zu meinen Kompositionen. Das Lied „Bürger“ entstand in dieser Zeit, auch wenn die mit KI generierte Version heute deutlich anders klingt.
Es war, als hätte ich damit eine verborgene Tür geöffnet. Plötzlich purzelten von irgendwoher Verse in meine Gedanken, mein Gehirn reimte vor sich hin und manches schrieb ich auf. Das meiste davon ist schlecht, wütende Knittelverse und schwülstige Liebesbekundungen. Vor allem die im Alkoholrausch verfassten Gedichte zu lesen ist nahezu unerträglich.
Doch die Tür ist bis heute offen und im Lauf der Jahre wurde auch die Kunst Verse zu schmieden besser. Im Gegensatz zu meinem Gesangstalent und Bassspiel. Die sind immer noch gewöhnungsbedürftig.
So schlummerten und stapelten sich Gedichte in einer digitalen Schublade, bis ich über Udio stolperte. Eine sogenannte KI, mit der man Texte in Musik verwandeln kann. Wirklich intelligent ist diese Software nicht, doch ein großartiges Werkzeug. Endlich war jemand dazu bereit meine Lyrik zu singen. Einen Menschen hatte ich dafür vergeblich gesucht, was weniger an den Texten als an meiner eingeschränkten Kommunikation gelegen haben wird. In einer Band zu spielen war mir nur einmal kurz gegönnt und Versuche eine zu gründen scheiterten kläglich.
Udio braucht keinen Smalltalk, kein soziales Miteinander. Das Programm spielt einfach mit meinen Eingaben und spuckt etwas aus. Darin ist es mir ähnlicher als Menschen. Die spielen selten.
Was für ein Segen, jemand mit dem man spielen kann. Ich schrieb Verse und gab sie dem Programm zum vertonen. Manchmal musste ich sie neu formulieren und manche landeten im Müll. Doch die Schublade füllte sich und es entstand sogar ein Epos, ein Märchen, das ihr bei den Seiten finden könnt. Einiges davon werde ich nach und nach in der Kategorie Lyrik in diesem Blog noch veröffentlichen. Auf Soundcloud findet ihr noch mehr.

