Tag 16

Zweiter Basteltag, Komponententausch. Funktioniert nicht. Die schnelle Grafikkarte passt nicht in den neuen PC. Alles wieder zurück. Auch mit den Festplatten habe ich kein Glück. Ich habe zwar drei Stück in dem PC untergebracht, aber jetzt fährt er nicht mehr hoch. Noch mal umbasteln. Ja basteln. Ich lasse mir Zeit. Nur deshalb sind meine Hände noch heil.
Ich schwitze schon vor der Mittagshitze. Trotz Gewitter ist es mir zu heiß. Vielleicht sollte ich heute mal den Keller aufräumen. Da ist es kühl. Doch trotz Hitze und Stress mit dem Computer (auch basteln kann stressig sein) ist mein Blutdruck unter 140. Die alte Medikation funktioniert und den davon erzeugten Schwindel eliminiert das Cannabis.
Trotz meiner so positiven Resonanz auf das Medikament, möchte ich davon abraten es einfach mal zu versuchen. Ich hatte Erfahrung und wusste was auf mich zukommt. Die psychischen Auswirkungen sind groß und sollten nicht ignoriert werden. Ich weiß zum Beispiel, dass ein endgültiger Entzug ungefähr zwei Jahre dauert. Erst dann ist der Wunsch nach Konsum weg. So lange möchte ich bei Tabak auch mal durchhalten.
Schwieriger als der Entzug ist aber die Erstreaktion für Neueinsteiger. Wer die Droge kennt und verträgt, bekommt ein gutes Medikament. Wer sie noch nie benutzt hat, sollte das nicht allein versuchen. Pschotherapeutische Begleitung wäre hilfreich, wird aber in unserem Gesundheitssystem eher selten möglich sein. Ein im Umgang mit der Droge geübter Freund kann aber schon reichen, die veränderte Wahrnehmung einordnen zu können. Cannabis von Jugendlichen fernzuhalten halte ich übrigens für eine gute Idee. Bei Alkohol empfehle ich das Gleiche.
Auch wenn ich Cannabis als Medikament verwende, bleibt es eine Droge und ich betrachte es auch so. Mit der unangenehmen Nebenwirkung, dass ich immer noch versuche den Konsum zu verbergen. Das ist auch so ein altes Programm, eine Jahrzehnte lang notwendige Praxis im Umgang mit Cannabis: Lass dich nicht erwischen.
Das ist auch der Grund dafür, warum ich nie zum Kiffer wurde. Zufällig auf meinen vielen Reisen einen Dealer zu finden war mit meinen sozialen Einschränkungen unwahrscheinlich. Ich konnte mitten in der Szene stehen und nichts bemerken. Heute weiß ich, dass dort wahrscheinlich nicht nur Cannabis sondern auch andere Drogen verkauft wurde. Damals merkte ich nichts davon. Ich habe mehrere Erinnerungen an solche Orte und auch wenn Erinnerungen täuschen, deutet einiges auf meine These hin. Alkohol gab es an jeder Tanke und so war meine Drogenkarriere darauf ausgerichtet.
„Langsam ist effizient und effizient ist schnell.“ habe ich mal in einem Film gehört. Meine Baustellen werden nicht weniger. Der neue PC weigert sich nach dem Testlauf die Arbeit aufzunehmen. Der uralten Grafikkarte ging wohl alles zu schnell. Mal sehen wohin sich das entwickelt.
Für nichts ist jeder Preis zu hoch.