Ich gewöhne mich langsam an die Droge. Als Schmerzmittel macht sie ihren Job immer noch prima, die Rauschwirkung lässt nach. Das ist der Punkt, an dem bei den meisten die Dosis steigt. Jetzt ist Disziplin gefragt. Sonst wird es zu teuer. Man darf ja jetzt legal mehr als 10 Gramm besitzen, doch die muss man ja auch bezahlen können.
Meine Mutter hat ihr Leben lang harte Drogen verkauft und hatte Angst davor, dass ich drogensüchtig werde. Doch nicht süchtig nach den Drogen, die sie so reichhaltig ausschenkte. Sie hatte Angst davor, dass ich anfange Haschisch zu spritzen. Ein indirekt von den Medien transportiertes Bild, dass in meiner Jugend viele im Kopf hatten. Conny Kramer sei verflucht.
In meinem sozialen Umfeld wurde wohl gekifft. Ich war blind auf diesem Auge, habe nichts gehört und gesehen. Ich soff schon.
Die Ausbildung zum Koch hat meine Drogenkarriere geprägt. Es mag sein, dass einige der anderen Lehrlinge (man nannte uns noch so) gekifft haben. Von mir unbemerkt. Ich trank mit den Gesellen Bier, machte irgendwann die Arbeit eines Gesellen und wurde trotzdem nicht anerkannt. Ich war ein Verräter, der für sich den gesetzlichen Jugendschutz eingefordert hatte. Ich werde zum Kameradenschwein, wenn es sich für mich richtig anfühlt. Das unterscheidet mich von jenen, die Seilschaften bilden und die Welt unter sich aufteilen.
Aufteilen oder teilen? Für mich sind Dinge zum benutzen da. Ich hatte Mühe damit zu lernen, dass man sie zum benutzen auch besitzen muss. So viel steht oder liegt nutzlos irgendwo rum, ich darf es nicht benutzen, weil es mir nicht gehört. Die Normalen haben seltsame Ideen. Den Papalagi habe ich deshalb mit großem Vergnügen gelesen. Und mir einen eigenen Bass gekauft, um ein Instrument spielen zu dürfen.

